Sicca-Syndrom: Brennen im Blick
Trockene, gereizte und gerötete Augen – typische Anzeichen fürs Sicca-Syndrom. Immer mehr Menschen plagen sich damit. Warum? Und noch wichtiger: Was hilft? Inzwischen leidet jeder Sechste in Deutschland unter trockenen Augen. Experten schätzen, die Zahl der Betroffenen hat sich in...
Trockene, gereizte und gerötete Augen – typische Anzeichen fürs Sicca-Syndrom. Immer mehr Menschen plagen sich damit. Warum? Und noch wichtiger: Was hilft?
Inzwischen leidet jeder Sechste in Deutschland unter trockenen Augen. Experten schätzen, die Zahl der Betroffenen hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht. 20 Prozent aller Augenarzt-Patienten kommen wegen Sicca-Symptomen in die Praxis und sie berichten außerdem von verschwommenem Sehen, Lichtempfindlichkeit, einem Druck- und Fremdkörpergefühl im Auge. Oftmals liegt’s am Alter. Denn mit den Jahren lässt die Produktion der Tränenflüssigkeit nach. Es gibt jedoch noch etliche Ursachen mehr.
Gründe: Genau hinschauen
Beim Sicca-Syndrom ist die Benetzung der Augenoberfläche aus dem Takt – durch zu wenig Tränenflüssigkeit, die das Auge schützen soll, oder weil ihre Zusammensetzung nicht mehr stimmt. Eventuell verdunsten Tränen zu schnell. Dahinter steckt eine Erkrankung der Lidranddrüsen. Man spricht von einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion – einer der häufigsten Ursachen.
Einige andere Leiden bringen das Sicca-Syndrom als mögliche Begleiterscheinung mit sich, etwa Diabetes, rheumatoide Arthritis, Morbus Basedow zusammen mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte und Rosazea. Trockene Augen können zudem eine Nebenwirkung diverser Medikamente sein. In erster Linie trifft dies auf Beta-Blocker, Psychopharmaka und Hormonpräparate zu. Und letztlich scheint unser modernes Leben das Sicca-Syndrom zu begünstigen. Bei stundenlanger Bildschirmarbeit kommen Lidschläge einfach zu kurz. Normalerweise blinzeln wir circa 20-mal pro Minute, vorm PC nur maximal sieben Mal. Nicht zu vergessen: Umweltfaktoren wie Feinstaub, Ozon, Heizungs- und Klimaanlagenluft sind ein Dorn im Auge – auch wegen des Sicca-Syndroms.
Zum Check – den Augen zuliebe
Trockene, brennende Augen sollten Sie keinesfalls ignorieren. Durch den fehlenden Schutzfilm kann es auf Dauer zu Schäden kommen: Die Hornhäute vernarben womöglich oder trüben ein – mit der Folge: Wir können schlechter sehen. Vermuten Sie, am Sicca-Syndrom zu leiden, gehen Sie zum Augenarzt. Er misst die Menge und Qualität des Tränenfilms und behandelt je nach Ursache.
Tropfen gegen Trockenheit
In den meisten Fällen helfen spezielle Augentropfen als Tränenersatzmittel. Sogenannte »künstliche Tränen« befeuchten das Auge, stabilisieren den Tränenfilm und lindern die Symptome. Sie sind rezeptfrei in Ihrer Vor-Ort-Apotheke erhältlich. Noch intensiver wirken Augensalben und -gele für die Nacht. Mit ihrer zähen Konsistenz und ihrem entzündungshemmenden Dexpanthenol helfen sie bei der Regeneration der Augenoberfläche.
Bewusst blinzeln
Auch Ihren Lebensstil dürfen Sie dabei nicht aus dem Auge verlieren: Bei der Bildschirmarbeit, beim Fernsehen und beim Lesen legen Sie reichlich Pausen ein, schauen Sie in die Ferne und lüften Sie Innenräume regelmäßig kräftig durch. Allergiker schaffen sich am besten einen Luftfilter gegen Staub und Pollen an. Und nach draußen gehen Sie – gerade jetzt in der schönen Jahreszeit – nie ohne Sonnenbrille mit integriertem UV-Schutz. Außerdem: Schlafen Sie genug, damit sich die Augen vom Tag erholen können. Und wann immer die Augen jucken und brennen: nicht reiben, nur bewusst blinzeln – und träufeln.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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